Vom schrecklichen Gefühl der Hilflosigkeit
Was Muttersein wieder einmal wirklich bedeutet, stellte sich Sonntagabend raus. Wenns laut und sehr unangenehm und vor allem komisch aus dem Schlafzimmer bummst, verbunden mit einem unglaublichen Aufschrei, dann bleibt einem das Herz förmlich stehen. Hinrennen und funktionieren ist angesagt. Klaren Kopf behalten. Das viele Blut unbeachtet lassen und einfach aus Instinkt handeln. Die Panik unterdrücken und versuchen, den nächsten Schritt sinnvoll zu planen, die richtige Entscheidung zu treffen.
Céd hats nur aus den Augenwinkeln gesehen wie Melvin ausgerutscht und direkt in den Rahmen des Massviholzbettes mit dem Mund geknallt ist. Grauenvoll. Nachdem das Waschbecken inklusive uns alle mit Blut übersäht war, konnten wir mit Schrecken entdecken, dass die beiden mittleren Zähne im Oberkiefer verschwunden waren. Also machten wir uns auf die Suche nach verbleibenden Teilen, versuchten uns gleichzeitig anzuziehen, das Bluten zu Stoppen, das Krankenhaus anzurufen und den armen Melvin zu beruhigen.
Es hat mir fast das Herz gebrochen – ein unbeschreibliches Gefühl von Hilflosigkeit. Die Angst, das Falsche zu tun; die Frage zu verdrängen, warum er gerade jetzt im Schlafzimmer rumrennen musste. Gleichzeitig den dicken Kloss im Hals runterzuschlucken und sich zu sagen, dass man jetzt Ruhe bewahren muss. Die Zeiten, wo Mama und Papa gesagt haben «alles wird gut, meine Kleine» sind nun wirklich vorbei – und erst jetzt sehe ich wie schwierig es ist solche Worte in einem solchen Moment standhaft über die Lippen zu bringen.
Erst im Krankenhaus sehen wir, dass die Zähne sich zurück in den Kiefer geschoben haben – viel kann man nicht machen. Wir alle drei verbringen eine fürchterliche und schlaflose Nacht, jeder von uns wohl mit seinen eigenen Gedanken und Schmerzen beschäftigt.
Am nächsten Morgen sieht irgendwie nichts besser aus (das war irgendwie meine innerliche Hoffnung), wir fühlen uns leer und funktionieren einfach. Ein Zahnarzt muss her und das schnell. Schwierig, wenn man selbst keinen hat und auch keinen kennt. Nach einem Besuch bei diesem fühlen wir uns zwar beruhigt, aber stehen immer noch neben uns. Abwarten, einfach abwarten. Mehr kann man wohl grad nicht tun.
Melvin tut uns immer noch so leid, er schlägt sich tapfer und hat nur Angst vor dem «bösen monsieur», dem Zahnarzt. Dafür darf er sich danach einen kleinen Betonmischer aussuchen, den er stolz den ganzen Tag mit den Worten «Cadeau Mami Papi» mit sich rumträgt. Ein Lächeln hilft. Auch wenn es (noch) ein zahnloses ist…
Snowflakes und erste Wintergefühle
Easy zurücklehnen, die Seele baumeln lassen und den kommenden Winter geniessen. Dem steht jetzt nichts mehr im Wege. Viel ist die letzten Monate passiert und meine Blogging-Pause hat sich sogar noch um einen Monat nach hinten verzögert. Es war einfach keine Zeit und der Kopf voll mit anderen Dingen. Dies soll sich nun wieder ändern und ich habe mir vorgenommen, mich langsam wieder an diesen doch so schönen Ort voller Erinnerungen niederzulassen und euch (falls es euch noch gibt ;) von Zeit zu Zeit einen Schwank aus meinem Leben zu erzählen.
Draussen vor dem Fenster fallen die ersten Schneeflocken, Melvin schläft und hat vor 3 Wochen schon seinen zweiten Geburtstag gefeiert. Cédric steht mit beiden Beinen seit Monaten in einem vollgepackten Alltag und versucht, diesem langsam zu entfliehen. Und ich? Ich werde von Woche zu Woche kugeliger – für diejenigen, die es noch nicht mitbekommen haben, inzwischen bin ich bereits anfangs 6. Monat wieder schwanger. Alles verläuft soweit gut, während ich hier ruhig auf meinem Stuhl hocke, feiert das Baby im Bauch Party – ich hatte dieses unbeschreibliche Gefühl fast vergessen.
Gestern kamen die Prüfungsergebnisse rein: bestanden, yippie! Der Aufwand hat sich also gelohnt und ich freue mich, ein weiteres Ziel im Leben erfolgreich abschliessen zu können und mich mit gutem Gewissen für einige Zeit zurückzulehnen. Wieder zur Schule zu gehen war eine gute Erfahrung – neue Horizonte, neue Menschen kennenlernen, neue Ansichten formen, Dinge aus anderen Blickwinkeln betrachten als im doch manchmal festgefahrenen Alltag. Im Grossen und Ganzen war die Ausbildung rundum gut, die Themen im Nachhinein bis auf einige wenige sehr interesant. Es waren Themen und Theorien, die im Grossen und Ganzen alltagstauglich eingesetzt werden können und gut im Gedächnis hängenbleiben, auch wenn man sie nicht jeden Tag anwenden wird.
Doch trotzdem gilt es weiterhin zwischen den Welten zu pendeln – zwischen Familie und Arbeit, zwischen Haushalt und Freunden, zwischen Einsamkeit, Zweisamkeit, Dreisamkeit und Viersamkeit. Es gefällt mir wie das Leben ist, wie es läuft und wie abwechslungsreich es verlaufen kann, wenn man es dementsprechend gestaltet. Mit diesen weisen Worten verabschiede ich mich von euch für heute und hoffe, es bleibt nicht nur bei diesem einem Eintrag in der näcshten Zeit.
Weg vom Fenster…
Mein Denkhorizont beschränkt sich zur Zeit bis Mitte Oktober und lässt leider nicht viel Zeit für Spielereien, Blog schreiben o.ä..
Arbeit, Studieren, Gruppenkonzepte schreiben, lernen, Mann und Sohn dabei nicht zu kurz kommen lassen und den Spätsommer geniessen, so sieht das Leben im Moment aus.
Prüfung ist am 18.10. und wenn 23 Kapitel Stoff nochmals überflogen sind, fühle ich mich vielleicht etwas besser. Bin leider erst beim 2. :(
Sonst ist alles in Butter, die treue Lesergemeinschaft hat sich anscheinend schon Sorgen gemacht, was denn los sei, aber eben, wenns draussen kalt und gruusig wird, bin ich wieder da. Dann auch mal wieder mit einem neuen Design (hoffentlich). Squarespace hat aufgerüstet und viele tolle neue, bunte Funktionen, die hier jetzt noch brach liegen. Und ich natürlich schon hundert Ideen wies Aussehen könnte. Aber eben – step by step und eines nach dem anderen.
Retour de la France
10 Tage ohne Netz – und es hat perfekt geklappt. Hätten wir die Reiseunterlagen sorgsam studiert und entdeckt dass es free hotspots im Hotel gab, wäre der Compi wahrscheinlich auch noch im Gepäck gelandet und mit ihm das Auto dann zusammengeklappt. Es waren 10 Tage Erholung pur, die Ardèche ist eine wunderschöne Region, auch wenn sich der Weg doch wieder länger hinzieht, als man sich es vorsgestellt hätte. Ein Glück haben wir uns 10 Stunden vor unserer Abfahrt noch überlegt, dass auch wir schon länger potentielle TOMTOM-Kunden sind und sind noch rasch losgezogen. Die Vor- und Nachteile dieses supergängigen Teils sind dann schnell zusammengefasst: Vorteil – die durchaus üblichen Ehediskussionen und anschliessenden ersten Urlaubsstreits wegen ungenügender Wegkenntnisse sind auf knapp 0% reduziert (wenn die erste Diskussion über die richtige Handhabung des Gerätes dann abgeklungen ist ;)…), Nachteil – eine weitere Verdummung der Autofahrer ist vorprogrammiert. Nun muss man nicht mal mehr nachdenken, wie man wohl am gescheitesten zum Ziel gelangt, geschweige denn ist imstande eine recht unübersichtliche Karte einer Region fehlerfrei zu interpretieren.
Nun ja, zusammengefasst überwiegen die Vorteile und das Ding hat uns durch Wege geführt, die wir nicht mal zu träumen gewagt hätten. Soviel zu TOMTOM, obwohl die weibliche Stimme Nina zwar sinnlich ist, besteht mein Mann darauf, dass das Ding weiterhin ein Mann ist (Kommentar: «Nicht umsonst heisst das Ding ja TOMTOM!»). Gut.
Der spontane Entscheid, mit Klein Melvin das Zelt aufzuschlagen war ein voller Erfolg und Abenteuer pur. Monsieur hat die Natur pur genossen und sich rundum wohlgefühlt. Wir auch. Der Zeltplatz: ein kleiner Rubin, wunderschön abseits gelegen, in der Nähe des Dörfchens Largentière, klein, überschaubar und seit diesem Sommer mit einer neuen Wellness-Anlage ausgestattet. Also spontaner Erfolg auf der ganzen Linie.Auch die anschliessende Woche im Feriendorf war schön, ruhig und gemütlich. Viele Spaziergänge, noch mehr Schwimmbad und viel Wein am Abend. Und natürlich: viel Schlafen denn die Hitze macht bekanntlich müde.
In dem Sinne: 10 Tage, die man so durchaus weiterempfehlen kann!
