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Olivias erster Tag in der Kita

Dass mir mein Blog erst immer kurz vor dem Einschlafen durch den Sinn geht, genauso wie die ebenso (für mich jedenfalls) gelungenen, durchgestylten und passenden Satzkonstrukte, nervt.

Obwohl es jetzt Mitternacht ist, ist dies kein Eintrag vor dem Einschlafen (denn die wirklich guten Geschichten gehen mir erst im Bett durch den Kopf…)! Also auch kein Eintrag mit den schönen Sätzen von gestern, die sich bereits in der Nacht im Traum in Schaum aufgelöst haben. Nur die Restgedanken, die mich nicht loslassen. Aber vielleicht ist das ja auch gut so.

Ein Tick von mir ist, dass ich zur Zeit des öfteren meine psychische Verfassung in kurzen Phrasen und schlauen Zitaten in meinem Kopf zusammenfasse. Facebook meint damit wohl Statusmeldung. (Schreibe ich demnach zuviel Statusmeldungen?!) Dann wünsche ich mir mein kleines schwarzes Moleskin herbei, in dem ich meinen Status nur für mich festhalten könnte. Es würde garantiert ein spannendes Buch entstehen. Ganz ohne grossen Aufwand. Leider ist es wie sooft im Leben – gerade keine Zeit, ein schlaues Zitat niederzuschreiben. Anyway. Das dazwischengeschoben.

Es ist spät, aber trotzdem war der letzte Donnerstag mal wieder ein Wendepunkt im Leben, der irgendwo (in dem Fall hier und jetzt) festgehalten werden muss, damit er nicht vergessen geht:
Olivias erster Tag in der Kita.

Das mag banal klingen, ist es aber ganz und gar nicht. Ein ganzer Schwall von Gedanken geht mir zu diesem Thema durch den Kopf und lässt mich nicht los. Gedanken über das endliche Leben, das so unheimlich schnell an mir vorbeizieht. Nun habe ich schon zwei Kinder. Wenn ich sie in der Kita abholen komme und mit einem liebevollen «Mami» begrüsst werde, frage ich mich manchmal, ob dies alles nur ein wunderbarer Traum ist? Sind diese beiden süssen Zwerge wirklich meine Kinder? Sind sie wirklich von mir geboren worden? Und wie können sie bloss so schnell wachsen? So unendlich viel ist in den letzten Jahren passiert…

Mann kennengelernt – verliebt, verlobt, verheiratet – Melvin – Olivia
Hannover – San Diego – Hannover – Zürich – Bern – Biel
Schule fertig – Studium fertig – Arbeit begonnen – Weiterbildung – doppelte Mutterschaft – Wiederbeginn

Manchmal denke ich an die Menschen, an denen das Leben einfach so vorbeizieht. Diejenigen, die es aber meistens gar nicht bemerken, weil sie tagaus tagein im selben Film verbringen. Dann frage mich, ob sie das mit Absicht tun? Oder gar nicht bemerken wollen? Oder ob es ihnen egal ist? Und dann bin ich froh, dass ich es anders mache. Eben so. Und nicht so. Ob das nun besser oder schlechter ist, sei jedem selbst überlassen. Ich bin jedenfalls glücklich damit.

Und all das geht mir durch denk Kopf, wenn ich durch das kleine Eisentörchen trete, das mit Bienen und Schmetterlingen aus Holz dekoriert ist, mir einen Tagesrapport über volle Windeln, Essgewohnheiten und  unliebsamen Taten meines Sohnes anhöre und eben…das erste Mal Olivia aus der Kita abhole.

Posted on Sonntag, August 30, 2009 at 00:00 by Registered CommenterJulia in | CommentsPost a Comment

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