Es ist Sommer
Das zwar nicht auf dem Thermometer, aber dafür in unseren Köpfen. Mit Sommerbeginn und Olivias dritten Lebensmonat können wir endlich wieder durchatmen und unsere Kiddies geniessen, wie wir uns das immer gewünscht haben. Die kleine Miss hat sich heute im wahrsten Sinne des Wortes um satte 180 Grad gedreht, die Wende im Kopf fand wohl schon etwas früher statt. Wenn sie in der Entwicklung so weiter macht, wird sie wohl übermorgen laufen und dann mit 5 Monaten ihren ersten Marathon hinlegen. Gewichtmässig hat sie Melvin jedenfalls schon um rund 1 kg überrundet, mit 3 Monaten war der dagegen ein wahres Fliegengewicht.
Morgens werden wir nun mit einem Lächeln begrüsst – vor allem Melvin scheint es ihr angetan zu haben: ehrfürchtig und stolz schaut sie freudig strampelnd zu wie er dummes Zeugs macht: ihr Affe und Giraffe an den Kopf schiesst, versucht, sie mit Karotten zu füttern da sie ja immer Hunger hat, ihr in der Nase bohrt und sie dabei mit Küssen überhäuft. Ich muss dabei tief durchatmen und mich ständig entscheiden, wo nun die Grenze zu setzen ist und das fällt mir schwer. So sehe ich, wie er sich freut endlich eine Spielgefährtin zu haben, aber absolut noch nicht einzuschätzen vermag, wie weit er gehen darf. Ich hoffe einfach, dass er in seiner kleinen Tolpatschigkeit – die von Tag zu Tag leider ausgeprägter wird – nicht irgendwann mal über sie stolpert…
So ist sie nun der kleine Sonnenschein und er mutiert vom Honigkuchenpferd zum Teufelchen wenn es darum geht, seinen Eltern zu gehorchen. «Melvin is bös» und «Du neeeet!!!» (mit seinem Zeigefinger laut schreiend auf dich gerichtet) sind seine Lieblingssätze diese Tage: Willkommen in der Trotzphase.
Alles in allem gehts uns wohl so wie zig Millionen anderen auch, aber keiner sagt einem vorher, was einen wirklich erwartet. Ich geniesse also den Mutterschaftsurlaub (dessen Bezeichnung ich übrigens absolut hirnrissig finde), mache eine derzeitige Weiterbildung in Life & Time Management mit Schwerpunkt Three Dimensional Multitasking und erfreue mich an jedem Lächeln, an jedem lieben Wort und an all den freudigen Lauten, mit denen mich Tochter, Sohn und Mann für meine Taten tagtäglich belohnen.
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